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Am vierstündigen Erste-Hilfe-Kurs der Freien Wähler (FW) Gaimersheim im Backhaus nahmen 19 Kinder von 6 bis 12 Jahren im Rahmen des Ferienprogramms 2025 teil. Als Übungsleiterin konnte FW-Vorsitzender Christian Ponzer zum wiederholten Mal die erfahrene Ingolstädter BRK-Ausbilderin Heidi Essenbach gewinnen.
Die Kursteilnehmer/innen erfuhren zunächst theoretisch, wie man auch schon als junger Helfer Menschenleben retten kann, welches Equipment man dafür im Verbandskasten benötigt (Besonderheit: steriler Verband) und wie man sich verhält, wenn man zu einem Notfall dazukommt: den Unfallort absichern und die „3-A-Regel“ (Anschauen, Ansprechen, Anfassen) befolgen. Überrascht zeigten sich die Kinder, dass man das Einverständnis zur Hilfe bei ansprechbaren Personen einholen muss – bei Bewusstlosen geht man von stiller Zustimmung aus.
Äußerst kurzweilig und anschaulich vermittelte die Referentin Essenbach anatomisch-biologisches Grundwissen, beispielsweise mit dem Bild, verengte Adern erhöhen den Blutdruck „wie bei der Entstehung eines Verkehrsstaus“ oder weiße Blutkörperchen als „Körperpolizei“, die Krankheitserreger abwehre und Blutplättchen als „Wundkleber“. Sie erklärte medizinische Zusammenhänge, so die Ursache für blaue Lippen (Sauerstoffmangel, Kälte) oder für ein rotes Gesicht (Herz schlägt schneller, stärkere Durchblutung) und ging dabei auch auf Fragen der Kinder ein: Was passiert bei Verletzung der Zunge? Was sind blaue/grüne Flecken?
Nach einem Training des Notrufs 112 mit Besprechung der fünf W-Fragen (Wo? Was? Wie viele Verletzte? Welche Verletzungen? Warten auf Rückfragen) ging es an die Praxis: die Schüler/innen lernten zunächst, wie man sich gegenseitig einen Fingerkuppen- und Ellbogenverband (8er-Verband) anlegt.
Nach der Pause kam die Königsdisziplin bei Bewusstlosigkeit an die Reihe, die „stabile Seitenlage“: Die Übungsleiterin erklärte an einem Kopf-Modell und praxisnah durch eigene Tests des Schluckreflexes der Teilnehmer/innen, wie man durch Überstrecken des Kopfes die Atemwege freihalten und ein Verschlucken bzw. Ersticken „an der eigenen Zunge“ verhindern könne. Abschließend durften alle jungen Helfer selbst Hand anlegen und die „stabile Seitenlage“ nach dem „AAAHA-Prinzip“ üben: Anschauen mit Sicherheitsabstand, laut Ansprechen, Anfassen an der Schulter, Hilfe rufen und Atmung prüfen.
Alle Kinder waren sich nach dem Vormittag einig: Erste-Hilfe ist nicht ganz einfach, aber mit Übung und noch mehr Routine kann jeder einen Beitrag leisten – auch schon in jungem Alter.